Hilfe & Dokumentation
Offline-fokussierte Hinweise für sichere Equipment-Listen.
Wetter-Integration
Vorhersagen für jeden Drehtermin — und auf jeder Dispo
Die App berechnet auf ihrem eigenen Server, aus den offenen Wetterdaten von Open-Meteo, Vorhersagen für die Vorbereitungs-, Dreh- und Rückgabetermine deines Projekts, jeweils für den Ort, an dem gedreht wird. Sie erscheinen an zwei Stellen, beide im Unter-Tab „Dispositionen“ des Tabs „Vorproduktion“: im Panel „Wetteranalyse“ mit einer Karte pro Termin und in der Wetterkarte jeder Dispo, die auf dem PDF, in der Mobilansicht und auf geteilten Links mitkommt. Überall, wo eine abgerufene Vorhersage angezeigt wird, nennt die App die Quelle: „Wetterdaten von Open-Meteo.com (CC BY 4.0)“.
Wo die Vorhersage erscheint
Es gibt keine eigene Wetterseite. Die Vorhersagen stehen im Unter-Tab „Dispositionen“ des Tabs „Vorproduktion“ und reisen mit jeder Dispo, die du verschickst.
- Panel „Wetteranalyse“ — ganz unten im Unter-Tab „Dispositionen“. Eine Karte pro Vorbereitungs-, Dreh- und Rückgabetermin aus dem Zeitplan des Projekts, jeweils mit dem Ort, für den die Vorhersage gilt, Höchst- und Tiefstwert, Wetterlage, Detailwerten und einem Dreh-Score. Ein Klick auf die Überschrift klappt das Panel ein.
- Die Wetterkarte der Dispo — im Dispo-Editor. Dieselbe Vorhersage für den Tag dieser Dispo an ihrem Basecamp, mit Sonnenauf- und -untergang und einer Stunde-für-Stunde-Leiste. Sie erscheint auf dem PDF, in der Mobilansicht und auf geteilten Links.
- Importierte Tages-Briefings — eine Dispo, die du von einer anderen Produktion importierst, bekommt pro Drehort eine Wetterzeile und Ausrüstungs-Hinweise wie Regenkleidung, Sonnenschutz oder starker Wind.
- Die Detailwerte: gefühlte Temperatur, Regenwahrscheinlichkeit und -menge, Windrichtung, -geschwindigkeit und Böen, Schnee, Bewölkung, Luftfeuchte und UV-Index. Jeder Wert erscheint nur, wenn der Wetterdienst ihn für diesen Tag geliefert hat — eine dünne Vorhersage zeigt weniger Werte statt leerer Beschriftungen.
- Panel und Dispo lesen dieselbe Vorhersage und runden Temperaturen gleich, sie widersprechen sich also nie. Die Stundenleiste gibt es nur auf der Dispo, den Dreh-Score nur im Panel.
Tipps
- Am Vorabend jedes Drehtags noch einmal prüfen — in Bergen und an Küsten ändert sich die Vorhersage oft über Nacht.
- Wind ist der Wert, der in der Vorbereitung am häufigsten übersehen wird: Außenton, Kran, Fahnen und Drohnen hängen davon ab.
Wetter einrichten
Eine Vorhersage braucht zwei Dinge: einen Termin im Zeitplan des Projekts und einen Ort mit Kartenposition. Einschalten musst du nichts.
- Gib dem Projekt seine Vorbereitungs-, Dreh- und Rückgabetermine — in den Tabs „Allgemein“ oder „Kalender“ des Projekts oder schon beim Anlegen. Das Panel zeigt eine Karte pro Termin; ohne Termine sagt es genau das.
- Öffne den Tab „Vorproduktion“ und dort den Unter-Tab „Dispositionen“ und scrolle zum Panel „Wetteranalyse“ ganz unten.
- Lege mit „Hinzufügen“ im Panel einen Ort an: einen Namen und eine Adresse, die beim „Speichern“ auf der Karte gesucht wird — oder nimm den Standort-Knopf, der deine aktuelle Position verwendet. Orte, die du im Unter-Tab „Drehort“ erfasst, erscheinen hier ebenfalls; es ist eine gemeinsame Liste.
- Jede Terminkarte lädt ihre Vorhersage. Ein Termin ohne eigenen Ort nutzt den Hauptdrehort des Projekts, markiert mit „(Projektort)“.
- Wird in einem Zeitraum woanders gedreht, wähle den Ort im Menü „Ort auswählen“ der Karte. Die Wahl gilt für den ganzen Vorbereitungs-, Dreh- oder Rückgabezeitraum, zu dem der Termin gehört, nicht nur für diesen einen Tag.
Beispiel: Wetter für einen Dreh an mehreren Orten einrichten
Ein Doku-Team dreht innerhalb einer Woche an drei Orten:
- Projekt: 'Mountain Documentary 2026'
- Drehort 1: 'Zugspitze Gipfel' — bei der Besichtigung mit dem Standort-Knopf angelegt, weil die Adresssuche dort oben keine Straße findet
- Drehort 2: 'München Zentrum', Adresse 'Marienplatz 1, München' — Stadtwetter
- Drehort 3: 'Starnberger See', Adresse 'Tutzing' — Seewetter
- Jeder Drehzeitraum bekommt seinen Ort über „Ort auswählen“ auf den Terminkarten, und jeder Termin zeigt seine eigene Vorhersage
- Prüfe die Windgeschwindigkeit am Gipfel, um zu entscheiden, ob Drohnenaufnahmen möglich sind
→ Alle drei Drehorte haben eigene Vorhersagen — das Team kann sich auf wechselnde Bedingungen einstellen.
Tipps
- Eine vollständige Adresse liefert eine genauere Vorhersage als ein Städtename oder „Studio“.
- Für einen abgelegenen Ort, an dem die Adresssuche nichts findet: den Ort bei der Besichtigung mit dem Standort-Knopf anlegen oder im Unter-Tab „Drehort“ mit Kartenposition erfassen.
- Ein Ort ohne Kartenposition lässt sich nicht vorhersagen; das Panel fragt danach, statt zu raten.
- Ein Set unter einem Hauptmotiv nutzt dessen Kartenposition, bis es eine eigene hat — ein Raum in einem Gebäude bekommt also die Vorhersage seiner Straße.
- Auf einer Dispo gilt die Vorhersage für die Basecamp-Adresse dieser Dispo und ihren ersten Tag — siehe „Die Wetterkarte der Dispo“ unten.
Häufige Stolperfallen
- Ein vager Ort wie „Studio“ — für eine genaue Vorhersage die vollständige Adresse eintragen.
- Sich bei kritischen Drehtagen allein auf die App verlassen — mit einem lokalen Wetterdienst gegenprüfen.
- Einem Termin einen Ort zuweisen und erwarten, dass der Rest des Zeitraums den alten behält — die Wahl gilt für den ganzen Zeitraum.
Dreh-Score, Warnungen und Equipment-Empfehlungen
Über und unter den Terminkarten fasst das Panel „Wetteranalyse“ den ganzen Zeitplan zusammen — so siehst du auf einen Blick, welche Tage einen Plan B brauchen.
- Vier Kennzahlen oben: „Termine gesamt“, „Vorhersage verfügbar“ (wie viele davon schon eine haben), „Warnungen“ und „Ø Dreh-Score“.
- Dreh-Score — 0 bis 100 pro Termin, abgeleitet aus der Wetterlage des Tages: klarer Himmel punktet hoch, Nebel, Starkregen, Schnee und Gewitter niedrig. Die „Dreh-Score Legende“ unter den Kennzahlen benennt die Stufen, von „Perfekte Bedingungen“ bis „Schlechte Sicht oder extremes Wetter“.
- Wetterwarnungen — eine Zeile pro Termin und Risiko: „Gewitterrisiko“, „Starker Regen erwartet“, „Regen möglich“, „Schneebedingungen“, „Geringe Sicht (Nebel)“, „Frosttemperaturen“, „Hohe Temperaturen“ und „Starker Wind“. Gewitter, Starkregen und Schnee sind als die ernsteren markiert.
- Equipment-Empfehlungen — was mit muss, samt Anzahl der betroffenen Tage: „Regenschutz und Abdeckungen einplanen“, „Zusätzliche Akkus mitnehmen (Kälte)“, „Hitze-Management und Schatten einplanen“, „Stative und leichtes Equipment sichern“ und „Zusätzliche Zeit für Sicht einplanen“.
- Empfehlungen setzen bewusst früher ein als Warnungen: kalt genug, dass Akkus leiden, ist noch kein Frost, und Wind, der eine Fahne bewegt, ist noch keine Sturmwarnung.
Tipps
- Der Score liest nur die Wetterlage. Bevor du einen Kran oder eine Drohne auf einen Tag legst, auch Wind und Temperatur auf der Karte prüfen.
Die Wetterkarte der Dispo
Im Dispo-Editor zeigt die Wetterkarte einen Tag in voller Detailtiefe. Ihr Schalter „Wetter & Sonne“ entscheidet, ob Vorhersage und Sonnenzeiten auf die Dispo gedruckt werden.
- Die Karte nennt das Drehdatum und die Basecamp-Adresse, für die sie vorhersagt — sie lässt sich also nicht mit dem heutigen Wetter am Schreibtisch verwechseln. Bei einer mehrtägigen Dispo ist es der erste Tag, den sie abdeckt, und nur dessen Seite trägt eine Vorhersage.
- Wetterlage, Höchst- und Tiefstwert, Detailwerte, Sonnenauf- und -untergang und eine bearbeitbare Wetterzeile. Die Zeile füllt sich aus der Vorhersage; was du darüber tippst, wird genau so gedruckt.
- Stunde für Stunde: das Drehfenster als Leiste gleich breiter Kacheln — Symbol, Temperatur, Regenwahrscheinlichkeit, Schnee in cm, Wind und UV. Nachtstunden sind abgedunkelt, damit das nutzbare Tageslicht sofort ins Auge fällt.
- Die Leiste läuft von drei Stunden vor der frühesten Zeit der Dispo bis drei Stunden nach dem spätesten Drehschluss — die Stunden, in denen wirklich jemand draußen ist, plus An- und Abfahrt. „Früheste“ schließt Crew-Call, Abteilungs-Calls und -Abholungen, individuelle Zeiten und Call, Abholung, Kostüm und Maske der Darsteller*innen ein — eine Art-Abholung um 05:30 zieht die Leiste also nach vorn, auch wenn der Crew-Call 07:00 ist.
- Eine Dispo ohne Call- und Drehschluss-Zeit zeigt alle 24 Stunden, ein Nachtdreh läuft bis zum Ende des Drehtags.
- Solange die Vorhersage den Drehtag noch nicht erreicht, berechnet dein Gerät Sonnenauf- und -untergang selbst und markiert sie mit „(berechnet)“. Jenseits der Polarkreise steht dort „Mitternachtssonne“ oder „Polarnacht“.
- Auf dem PDF ist die Vorhersage eine Karte: ein Wettersymbol, Höchst- und Tiefstwert, Sonnenauf- und -untergang, Regen, Wind und UV des Tages und eine Reihe stündlicher Himmel mit Temperatur und Uhrzeit darunter. Ist Regen wahrscheinlich — ab 20 % —, kommt die Wahrscheinlichkeit in die gedruckte Wetterzeile.
- Mobilansicht und geteilter Link zeichnen dieselbe Karte wie das PDF. Eine Stunde, deren Wetterlage sich nicht zuordnen lässt, bekommt kein Symbol statt eines geratenen.
Tipps
- Schnee wird in Zentimetern angegeben, Regen in Millimetern — deshalb sind es getrennte Werte.
- Sonnenauf- und -untergang stehen in der Sprache der Dispo — 24-Stunden-Zeit auf einer deutschen, 12-Stunden-Zeit auf einer englischen.
Planung anhand der Vorhersage
Nutze die Vorhersage für Planungsentscheidungen, bevor das Wetter sie dir abnimmt.
- Außenszenen auf Schönwetter-Tage verschieben, wenn der Plan es erlaubt.
- Regenempfindliche Setups (Kran, Außendialog) auf die Tage mit der besten Vorhersage legen.
- Temperatur und Windchill für Crew-Pausen, Aufwärmzeit und Trinkpausen berücksichtigen.
- Windrichtung zählt für Mikrofon, Angel und Reflektoren genauso wie die Geschwindigkeit.
- Sonnenauf- und -untergang neben die Vorhersage legen — daraus entsteht die Planung für Golden und Magic Hour.
- Gib einer Außenszene im Unter-Tab „Drehbuch“ einen „Schlechtwetter-Drehort“, dann kann die Dispo an einem nassen Tag damit beginnen — siehe das Thema zu Dispositionen.
Beispiel: Einen Drohnendreh verschieben
Mit den Wetterdaten eine Planungsentscheidung treffen:
- Ursprünglicher Plan: Drohnenaufnahmen am Dienstag
- Die Vorhersage zeigt für Dienstag Böen mit 25 km/h — zu unsicher für die Drohne
- Vorhersage für Mittwoch: 8 km/h Wind, klarer Himmel
- Lege die Drohnenaufnahmen auf Mittwoch und tausche sie mit dem Innen-B-Roll
- Passe den Drehplan an und schicke dem Team die überarbeiteten Dispos
→ Die Drohnenaufnahmen entstehen sicher, ohne teure wetterbedingte Verzögerungen.
Tipps
- Für jeden wetterempfindlichen Tag ein Cover-Set oder eine Innenszene bereithalten.
- Drohnen sind windabhängig — Böen über der Toleranz der Plattform heißen: kein Flug.
Häufige Stolperfallen
- Kein Regen-Plan für Outdoor-Arbeit.
- Wind nur als Geschwindigkeit lesen — Richtung zählt für Boom und Reflektoren.
- Kälte-und-Wind-Kombinationen für Crew-Komfort übersehen — kälter als 5 °C mit Wind-Chill verlangt zusätzliche Pausen.
Grenzen & bewährte Praxis
Was die Integration kann — und was nicht.
- Am verlässlichsten sind Vorhersagen wenige Tage vorher; etwa 48 Stunden vor einem Drehtag lohnt es sich meist, danach zu handeln.
- Harte Grenze: Der Wetterdienst reicht 16 Tage voraus. Für spätere Termine gibt es gar keine Vorhersage — die Karte sagt „Außerhalb des 16-Tage-Vorhersagefensters“, statt den Drehort verantwortlich zu machen, und das Panel weist darauf hin, dass einige Termine außerhalb liegen.
- Berge, Küsten und andere Mikroklima-Lagen können spürbar von der Vorhersage für ihre Kartenposition abweichen.
- Eine Vorhersage abzurufen braucht Internet. Eine bereits geladene Vorhersage wird etwa eine halbe Stunde weiterverwendet, bevor sie neu geholt wird. Die erste Vorhersage für einen Ort, den noch niemand abgerufen hat, dauert etwa 3 Sekunden und stammt aus einem globalen Wettermodell; kurz darauf zeigt derselbe Ort die vollständige Vorhersage, die Werte können sich also leicht ändern.
- Wetter, das auf eine Dispo gedruckt ist, reist mit dem PDF — die Crew kann es auch offline lesen.
Tipps
- Kritische Drehtage mit einem spezialisierten lokalen Wetterdienst gegenprüfen, in den Bergen mit einem höhenspezifischen.
- Die Dispo exportieren oder verschicken, bevor es irgendwohin ohne Netz geht — das PDF behält die Vorhersage, mit der es erstellt wurde.
- Steht auf jedem Termin „außerhalb des Vorhersagefensters“, liegt der Dreh schlicht mehr als 16 Tage entfernt — es ist nichts falsch konfiguriert. Näher am Drehtag erneut prüfen.
Wetterdaten kommen von Dritten und müssen die Bodenverhältnisse nicht exakt spiegeln. Zur Planung nutzen; für Go/No-Go gegenprüfen.
Verwandte Themen
Siehe auch
